"Die Welt der Gerüche sei, so lautet eine beliebte Annahme, einer weiten Landschaft vergleichbar, deren Topographie sich entlang eines Geflechts von Ähnlichkeiten und Verschiedenartigkeiten entfaltet. Die Scheidelinien zwischen Vertrautheit und Fremdheit, Affinität und Abstoßung, positiven und negativen Assoziationshorizonten, die wir mit einzelnen Gerüchen verknüpfen, strukturieren diese Landschaft und formen dabei ein Gefüge unterschiedlichster Intensitäten, dessen Höhenzüge sich unserer Wahrnehmung aufdrängen, während weite Landstriche die Aufmerksamkeit unserer Sinne in das Ebenmaß des Gewohnten betten, aus dem jedoch unerwartet ein Eindruck sich zu lösen und an unser Vermögen zu appellieren vermag. Der Geruch gewohnter Orte, die Ausdünstungen uns vertrauter Menschen sind Zeugen dieser heimlichen Übereinkunft, mit deren Hilfe wir uns im Alltag heimisch fühlen und die erst im Augenblick der Veränderung zum Gegenstand der Aufmerksamkeit werden.“ 
                                                                                                                                     Bernd Busch

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